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Seniorenreferat der Evangelischen Kirche in Kassel

Gläubige bekommen Post: Katholiken sollen Kirchgeld bezahlen, Protestanten spenden

Kasseler Kirchen bitten um Geld

20.05.2010, EKiK

Kassel. Die evangelische und katholische Kirche in Kassel bitten um finanzielle Unterstützung: Während katholische Gläubige über die Ortskirchensteuer einen finanzielle Beitrag leisten sollen, läuft bei den Protestanten die Aktion Gemeindegroschen.

Dekanin Barbara Heinrich

 

26  000 Katholiken in der Stadt sind zur Abgabe des Kirchgeldes erfasst. Verschickt werde der Kirchgeldbescheid aber nur an 18 000 Katholiken, teilt die katholische Kirche mit. Arbeitslose und andere ohne eigenes Einkommen seien freigestellt. Die Höhe des jährlichen Kirchgeldes ist einkommensabhängig und liegt zwischen 4,50 Euro und 32 Euro. Grundlage ist das Kirchensteuergesetz.

Anteil Katholiken geringer

Der Grund für die Abgabe: Die katholische Kirche sei in Hessen in einer besonderen Situation, sagt Pfarrer Albrecht Vey, Vorsitzender des katholischen Kirchengemeindeverbandes Kassel: Sie sei auf Spendenhilfen angewiesen, weil der Anteil der Katholiken hier geringer ist als in anderen Bundesländern.

„Zuschüsse fließen nur in geringen Maßen. Orgelrenovierungen, Instandsetzungen im Innenbereich, Kindergartenreparaturen müssen die örtlichen Gemeinden selber tragen“, sagt Vey. Wenn aber ein Paar in der Kirche heirate, erwartet es, dass die Kirche geschmückt, geheizt und die Orgel intakt ist. Doch dies müsse ebenso bezahlt werden wie Gemeindehäuser und Pfarrheime. Auch Angebote wie Ehe- und Familienberatung kosteten Geld. „Damit die Kasseler Gemeinden ihre Aufgabe, Menschen zusammenzuführen und zu stärken, erfüllen können, sind die Beiträge notwendig“, sagt Vey.

Aktion Gemeindegroschen

In der evangelischen Kirche läuft in diesen Tagen die Aktion Gemeindegroschen 2010 an: Spendenbriefe werden an alle evangelischen Haushalte versandt. Das Geld soll vor allem den Bildungsangeboten der Kirche zugutekommen.

Man wolle vor allem diejenigen Kirchenmitglieder ansprechen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Kirchensteuer bezahlen, aber die kirchliche Arbeit trotzdem unterstützen wollen.

„Bildungsangebote gibt es in Einrichtungen und Kirchengemeinden der evangelischen Kirche in Kassel“, sagt Barbara Heinrich, Dekanin des Evangelischen Stadtkirchenkreises.

Die Angebote der Evangelischen Familienbildungsstätte seien beispielsweise auf Familien zugeschnitten. Ein weiteres Beispiel seien Computerkurse für Senioren. Über 800 Senioren hätten seit 2004 an den Computerkursen in Kirchengemeinden in Harleshausen, Wolfsanger, Niederzwehren und im Bossental teilgenommen. Auch in den 17 evangelischen Kindertagesstätten würden Kinder so gefördert, dass sie zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten heranwachsen. (gör)