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Mittwoch, 11. Februar 2009

Kassel (ekkw). Computerkenntnisse bereichern das Leben von Senioren. Das ergab eine jüngst durchgeführte repräsentative Umfrage unter Teilnehmern der Computerkurse für Senioren, die von fünf Kasseler Kirchengemeinden in Kooperation mit dem Seniorenreferat des Ev. Stadtkirchenkreises Kassel angeboten werden.

800 Senioren haben seit 2004 an den Computerkursen in ev. Kirchengemeinden in Harleshausen, Wolfsanger, Niederzwehren und Bossental teilgenommen.  "Die Nachfrage nach Teilnahme an den Kursen ist weiterhin hoch", sagt Mario Wiegel, Seniorenreferent im Ev. Stadtkirchenkreis Kassel. "Es fehlte jedoch die Erkenntnis über die Zufriedenheit und konkreten Erfahrungen der Teilnehmer", sagt er.

Darüber liegen jetzt  Daten vor, die das Seniorenreferat durch eine Befragung von 653 Teilnehmern, deren Adressen bekannt waren, im Dezember vergangenen Jahres vom Kasseler Büro für Sozialforschung ermitteln ließ. Fast ein Drittel der Arbeitskreis-Teilnehmer nahmen an der Befragung teil. Mehr als 75 Prozent der befragten Senioren sind zwischen 60 und 75 Jahre alt, 18 Prozent sind älter als 75 Jahre.

Computerkenntnisse bereichern das Leben
Durch die Vergabe einer Schulnote (1-6) bewerteten die Teilnehmer das Engagement der Kirche zur Einrichtung der Arbeitskreise mit der Durchschnittsnote "Eins minus". Die hohe Zufriedenheit mit dem Erfolg der Kurse, von denen 62 Prozent der Teilnehmer gleich mehrere besuchten, drückt sich auch darin aus, dass 94 Prozent sagen, "die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen haben meine Möglichkeiten erweitert". 93 Prozent sagen sogar aus, sie "haben mein Leben bereichert". 38 Prozent hatten vor der Arbeitskreis-Teilnahme keine Computer-Erfahrung, 53 Prozent "ein wenig".

Keine Angst vor Technik
"Mit dem Arbeitskreis-Angebot will die Evangelische Kirche einen Beitrag zur Technik-Emanzipation älterer Menschen leisten, und damit zum selbstbewussten Umgang mit modernen Medien beitragen", sagt Wiegel.

Computer und das Internet erweitern die Reichweite der Kommunikation und erleichtern die Anknüpfung und Aufrechterhaltung sozialer Kontakte im Alter, hat Wiegel beobachtet. Das sehen auch die Teilnehmer selbst so: Sie berichten von besonderen Erfolgen, etwa durch die Nutzung von E-Mails oder Internet-Telefonaten mit Kindern und Enkeln im Ausland. Sie nennen Wissensbereicherung durch Internet-Recherchen, das Erstellen von Foto-Präsentationen und Homepages, oder die Anwendung von Tabellenkalkulation und Textverarbeitung im Rahmen ehrenamtlicher Arbeit als Gewinn für ihr Leben.

93 Prozent besitzen einen Computer
93 Prozent der Befragten verfügen inzwischen über einen eigenen PC, davon haben ebenfalls 93 Prozent einen Internet-Anschluss. Das Gruppenerlebnis in den Arbeitskreisen führte zu neuen sozialen Kontakten, von denen etliche nach der Teilnahme aufrecht erhalten blieben. Viele Teilnehmer werben neue Kurs-Aspiranten. "Einige haben sich inzwischen selbst zum Kursleiter ausbilden lassen und geben ihr Wissen an andere Senioren weiter", sagt Wiegel.


Hintergrund
Seit fünf Jahren gibt es Computerkurse in fünf ev. Kirchengemeinden in Kassel. Den Auftakt machte 2004 die Kirchengemeinde Harleshausen. 2005  kamen die Kirchengemeinden Wolfsanger und 2006 die Lukaskirche und Matthäuskirche in Niederzwehren dazu, die ein gemeinsames Angebot in den Räumen der Lukaskirche haben. 2007 weihte die Kirchengemeinde Versöhnungskirche im Bossental ihren Computerraum ein.   
Die Computer-Arbeitskreise haben unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte. Diese reichen von der Vermittlung von Grundkenntnissen über die Anwendung von Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Malen und Zeichnen am PC bis hin zu Fotobearbeitung, Umgang mit Internet und E-Mails sowie die Erstellung von Homepages.

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